1350 – die Pest
Höre dir an, wo der Hahn gelandet ist.
Die Pest wird auch „Schwarzer Tod“ genannt. Sie begann vor sehr langer Zeit in einem Gebiet, das heute Mongolei heißt. Händler und Krieger brachten die Krankheit nach Europa. Dort breitete sie sich sehr schnell aus. Viele Menschen wurden krank und bekamen schmerzhafte, dunkle Beulen am Körper. Damals wussten die Menschen noch nicht viel über Krankheiten und es gab keine guten Medikamente. Deshalb konnte sich die Pest leicht weiterverbreiten.
Im Jahr 1350 kam die Pest nach Bremen. Etwa 7.000 Menschen starben dort an der Krankheit. Das war ungefähr jeder dritte Mensch, der damals in der Stadt lebte.
Die Pest bekam den Namen „Schwarzer Tod“. Heute müssen wir keine Angst mehr vor der Pest haben. Wenn sie irgendwo auftritt, kann sie gut behandelt werden.
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Versorgung
Als die Pest wütete, versuchten die Menschen, so gut sie konnten füreinander zu sorgen. Doch das war sehr schwer. Es gab nur wenige Ärzte und kaum Orte, an denen Kranke richtig behandelt werden konnten. Viele Erkrankte blieben zu Hause und wurden von ihrer Familie gepflegt, manchmal auch von Nachbarn oder Helfern der Stadt.
Man brachte den Kranken Essen, Wasser und einfache Mittel wie Kräuter oder warme Decken. Oft hoffte man einfach, dass der Kranke wieder gesund wurde. Weil die Pest sehr ansteckend war, hielten viele Menschen Abstand.
Die Versorgung war deshalb oft schlecht, nicht weil die Menschen nicht helfen wollten, sondern weil sie noch nicht wussten, wie man die Pest behandeln kann.
Schnabelmaske
Eine Schnabelmaske ist eine Maske mit einer langen Nase, die aussieht wie der Schnabel eines Vogels. Viele Menschen glauben, dass Pestärzte im Mittelalter solche Masken getragen haben. Das stimmt aber nicht ganz.
Im Mittelalter dachten die Menschen, dass Krankheiten durch schlechte Luft entstehen. Deshalb trugen Ärzte lange Mäntel und hielten sich einen Schwamm mit starkem Essig vor die Nase, um sich zu schützen. Eine Schnabelmaske benutzten sie damals noch nicht.
Erst viel später, etwa im 17. Jahrhundert, wurden Masken mit einem Schnabel erfunden. In den Schnabel legte man gut riechende Kräuter, um die schlechte Luft fernzuhalten. Der Pestarzt mit Schnabel ist also eher eine spätere Idee und kein echtes Bild aus dem Mittelalter.
Übertragung
Die Pest wurde früher vor allem durch Flöhe übertragen. Diese Flöhe lebten auf Tieren wie Ratten. Wenn ein Floh ein krankes Tier biss und danach einen Menschen, konnte der Mensch die Pest bekommen.
Manchmal steckten sich Menschen auch an, wenn sehr kranke Menschen husteten oder niesten. Das passierte aber seltener.
Früher wussten die Menschen das nicht. Deshalb konnten sie sich kaum schützen.

Hinweis: Höre dir an, was der Hahn erzählt.






